Herr Hubert und sein Insulin

Seit Frau Hubert vor einigen Jahren gestorben ist sehen wir Herrn Hubert nicht mehr so oft. Er lässt die Rezepte meist vom Arzt zu uns rüber geben und dann die Medikamente von uns liefern. Das klappt auch ganz gut.

Ab und an kommen seine Kinder, oder der Pflegedienst auch etwas abholen, oder offene Rechnungen bezahlen, weil Herr Hubert mit seinen fast 90 Jahren eben auch manches nicht mehr so gut auf die Reihe bekommt wie früher.

Aber, was er für Medikamente nimmt und vor allem von welchen Firmen, das weiß er ganz genau. Da passt er auf wie ein Luchs.

So kam es, dass sowohl der Arztpraxis, als auch uns ein dummer Fehler passiert ist.

Herr Hubert ist Insulinpatient und bekommt seines für gewöhnlich im Fertigpen (Findet eigentlich noch jemand, die Bezeichnung „Kwikpen“ so furchtbar wie ich?). Er hat grade seinen Arzt gewechselt und Praxis Neu und Sauber hatte ihm sein Insulin in Ampullen verordnet.

Uns ist das leider auch nicht aufgefallen. Weiß der Geier warum das durch gerutscht ist. Im Endeffekt war es aber auch ganz gut.

Aber weiter.

Herr Hubert rief also am nächsten Tag an und erklärte: „Sie haben mir gestern mein Insulin gebracht, aber leider das Falsche. Ich brauche diese fertigen Stifte.“

PTA: (Nach kurzem Blick in den Computer und Nachschauen auf dem Rezept von gestern – ein Glück räumt der Chef die immer erst später weg) „Oh da ist ja gleich alles schief gelaufen. Die Praxis hat das falsche verordnet und wir haben es gar nicht gesehen. Das tut mir sehr leid. Wir schicken Ihnen nachher den Boten vorbei um das auszutauschen. Legen Sie es bitte so lange in den Kühlschrank. Wir klären das auch mit dem Rezept.“

Herr Hubert: „Das ist gut. Ich hab ja an sich auch nichts gegen so Ampullen. Die nehmen ja weniger Platz weg, aber das ist so umständlich, dass man die immer im Kühlschrank liegen haben muss. Da sind die Stifte besser.“

PTA: (Wird hellhörig) „Ja, die Stifte sind schon praktisch. Aber die müssen Sie auch im Kühlschrank lagern. Nur der, den sie grade in Benutzung haben, der braucht nicht mehr kühl liegen. Insulin geht mit der Zeit ja kaputt, wenn es zu lange warm liegt.“ (Eine Weile kann Insulin durchaus ungekühlt liegen, aber Herr Hubert ist auf sehr geringe Dosen eingestellt und kommt mit so einem 10er Paket Pens gerne mal ein halbes Jahr hin)

Herr Hubert: „Ach was. Die leg ich immer oben in den Schrank zu den Teetassen. Da stören die mich ja nicht.“

PTA: „Herr Hubert, es ist wirklich ganz wichtig, dass Sie die nicht angebrochenen Pens im Kühlschrank lagern, das Insulin geht sonst kaputt.“

Herr Hubert: „Ach was. Mein Sohn hat auch noch nie was gesagt.“

Und legt auf.

… …  …

Und das Schlimmste dran: Der Sohn ist Arzt.

Wir haben dann auch der Tochter, die ein wenig später noch Teststreifen holen kam und dem Pflegedienst, der mit einem Rezept über Kanülen kam gesagt, dass Sie Herrn Hubert dringend darauf hinweisen sollen, dass er sein Insulin kühl lagern muss. Auch die Praxis haben wir gebeten dem guten Mann das nochmal zu sagen.

Die Antwort war immer dieselbe: „Das sagen wir ihm schon seit Jahren… aber er glaubt es nicht.“

Ich habe Herrn Hubert dann auch nochmal ein paar Infos zur korrekten Lagerung von Insulin mit in seine nächste Lieferung gesteckt. Ich hoffe wirklich er lagert das Zeug demnächst dann doch im Kühlschrank.


Nehmen Sie einfach ihre Maße

Ein Kunde bringt ein Rezept über eine Kompressionsstrumpfverordnung für seine Frau.

PTA: „Wir müssten für die Strümpfe einmal bei Ihrer Frau die Beine abmessen.“

Mann: „Nehmen Sie einfach die Maße vom letzten Mal.“

Das geht durchaus. Wenn das länger her ist lassen wir uns das aber schriftlich geben, dass der Patient keine neue Messung wünscht und damit riskiert, dass die Strümpfe rutschen. Wir bitten ihn also seine Frau zu informieren und uns dann Bescheid zu geben, wenn er am Nachmittag seine Medikamente abholt.

In der Zwischenzeit suchen wir also nach den alten Maßen seiner Frau und finden nichts, zumindets nichts für sie. Wohl aber die Maße ihrer Schwester.

Am Nachmittag kommt praktischer Weise sogar die Frau selbst.

PTA: „Oh sehr gut, dass Sie selbst kommen. Wir sollten Ihnen die Strümpfe nach altem Maß bestellen, aber bei uns existieren keine Maße mehr für Sie. Sie müssten also nochmal zum Abmessen kommen. Dann können wir ja auch gleich einen Termin abmachen.“

Frau: „Ja ich weiß. Nehmen Sie die Maße von meiner Schwester, wir sind sowieso gleich groß.“

PTA: „Ehm… also das geht nicht. Diese Strümpfe werden für jeden individuell angefertig.“

 

Das wäre es noch. Und dann wird sich später beschwert, dass was nicht sitzt und rutscht, oder zu eng ist. Nein liebe Leute, auch wenn ihr gleich groß seid, gleich wiegt, die gleiche Figur habt, solche Maße können trotzdem ganz erheblich abweichen. Außerdem lautet die Verordnung auf Miranda und nicht auf Maria. Also messen wir auch bei Miranda und nicht bei Maria.


Das ist ja nett, aber…

Liebe Praxis Dr. Sauber, es ist ja wirklich nett, dass ihr Rezepte für eure Patienten – mit deren Einverständnis versteht sich – direkt zu uns schickt, damit die alten Herrschaften sich den Weg die Treppe hoch in eure Praxis sparen können, ABER… HÖRT AUF, den Leuten sowas zu sagen wie „Das könnten Sie dann um 12:30Uhr in der Apotheke abholen.“

Die stehen dann um 12.30Uhr hier und erwarten ihr Medikament.

Das ist aber problematisch, denn:

  1. schafft ihr es nie, uns die Rezepte vor der Mittagspause zu schicken und ich hab dann, wenn ich wieder aufmache den Briefkasten voll mit Sachen, die ich noch bearbeiten muss.
  2. Wusste ich nicht, dass ihr da oben Einblick in unser Lager habt und wisst, was wir da haben und was nicht. Ich muss doch ab und an mal was davon bestellen, grade bei exotischeren oder teureren Medikamenten, die ihr gerne mal aufschreibt. Und wenn wir dann die Rezepte erst in der Mittagspause – und die ist weit nach 12.30Uhr bekommen – dann habe ich das erst am Abend um 18Uhr da und dann müssen die armen Leute zwei Mal kommen. Denn um die Zeit können wir nicht mehr liefern.
  3. ist es besonders ärgerlich, wenn ihr das am Mittwoch, oder am Freitag macht, denn wenn ich Rückfragen habe muss ich die Leute auf den nächsten Tag, oder gar auf die nächste Woche vertrösten, denn am Nachmittag seid ihr nicht mehr da.

Sagt doch einfach „Das können Sie morgen in der Apotheke abholen.“ Das macht es einfacher 😀

 


Eigentlich ja unnötig :)

Patient wirft Rezept auf die Theke: „Ich will genau das, was da drauf steht!“

(wie ich das liebe…)

PTA: „Ihr Arzt hat ein aut-idem-Kreuz gemacht, das dürfte also kein Problem sein. Ich schau mal…“ (Tippt ein und siehe da, entsprechendes Medikament ist nicht lieferbar) „Oh, tut mir leid. Das ist zur Zeit nicht lieferbar. Soll ich nach einer Alternative…?“

Patient: (stinkwütend) „Das gibt’s doch nicht! Das haben mir die anderen drei Apotheken auch schon erzählt!“

Jaaaaaaa…. ist zu vermuten, dass die das erzählt haben, wenn es nicht lieferbar ist….


 

Patient:  „Ich brauche die Hautpflegecreme XYZ, aber ich will da nicht wieder so eine große Tube. Bestellen Sie mir eine kleinere.“

PTA: „Einen Moment, ich sehe einmal nach, was ich da bekommen kann.“ (Gibt ein und nein, es gibt keine kleinere Tube, nur noch größere. Ist bei Hautpflegelotionen meistens auch sinnvoll, wenn die für den ganzen Körper gedacht sind) „Es tut mir leid, aber es gibt keine kleineren Packungen. Sie haben bereits die kleinste.“

Patient: „Dann bin ich also gezwungen so viel zu nehmen?“

Öh ja? Was sonst? Wir können schlecht eine große bestellens, die die Hälfte abfüllen und den Rest wegwerfen, es sei denn natürlich du bezahlst die Packung trotzdem ganz, aber dann kannst du auch gleich die ganze Packung nehmen.


Aha

Ach Herr Doktor Sowieso…

Na gut… wenn Sie also einen Verband aufschreiben für einen Finger, muss ich wissen, dass der Verband passend für die ganze Hand sein muss.

Okay.

Ist gespeichert.

Ich hoffe meine Kristallkugel kommt bald aus der Reinigung.


Verpackungsmüll

Wir sollen Plastikmüll reduzieren. Das finde ich persönlich gut und richtig. Dass wir jetzt Geld für Plastiktüten nehmen müssen finde ich auch vollkommen in Ordnung.

Aber heute bekomme ich Taschentücher als Zugabe für eine große Bestellung geliefert, in einem großen Karton mit Plastikfolie als Schutz gegen Stöße. Ja… da geht ja auch so schnell mal so viel kaputt… bei Taschentüchern….

verpackungsmuell


Ich hasse Spam-Mails

So langsam nervt es echt… dass ich auf eine meiner drei Privatadressen immer mehr Müllmails kriege, ist okay, da habe ich mir Filter etc eingerichtet, die das automatisch direkt in den Papierkorb verfrachten und die Adresse ist auch dafür da… aber seit Wochen bekommen wir auf unsere Apothekenadresse jeden Tag Mails mit unterschiedlichen Betreffzeilen „Ihre Rechnung vom…“, „Mahnung!“, „Habe versucht dich zu erreichen“… die Betreffzeilen varriieren zwischen 5 verschieden, mal mehr mal weniger „wichtig“ klingenden Zeilen, der Text in der Mail ist immer der gleiche. „Lass dir diese Chance nicht entgehen und mach 20.000€ im Monat.“

Man geht mir das auf den Geist. Ich muss wirklich schauen, wie sich beim Emailanbieter der Apotheke so ein Dauerfilter einrichten lässt, der den Kram gleich löscht. Grade bei Betreffen mit „Mahnung“ im Titel, macht man sich dann doch Sorgen, dass – im Zweifel el Cheffe noch selber – da doch mal wer drauf klickt.